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Unsere neuesten Veröffentlichungen

Lexical Ambiguity in Machine Translation and its Impact on the Evaluation of Output by Users
Djiako, Gabriel Armand
Der kunstvolle Einsatz von Mehrdeutigkeit in der Politik und im Marketing hat viele Vorteile, weil Mehrdeutigkeit Politikern und Werbeagenturen dabei helfen kann, zwischen mehreren möglichen Bedeutungen zu navigieren und gleichzeitig effektiv zu kommunizieren, ohne Kontroverse auszulösen. Jedoch ist Mehrdeutigkeit in der maschinellen Übersetzung häufig als ein „wichtiger Engpass für Fortschritt” beschrieben worden (Dale, Moisl and Somers 2000). Obwohl viele Studien sich auf die Beschreibung der Mehrdeutigkeit als linguistisches und philosophisches Phänomen konzentrieren, hat bislang keine Studie die Auswirkung von Mehrdeutigkeit auf maschinell übersetzte Korpora gemessen. Diese quantitative Fallstudie setzt es sich zum Ziel, den Einfluss von Mehrdeutigkeit auf die Qualität von Übersetzungsergebnissen zu untersuchen und liefert somit konkrete Daten, um diese Auswirkungen zu messen. In einer empirischen Studie wurden ausgewählte Korpora, welche lexikalische Mehrdeutigkeit enthalten, mit unterschiedlichen M.Ü.-Systemen wie Google Translate und Personal Translator übersetzt. Dank einer komparativen bzw. kontrastiven Analyse menschlicher Urteile konnte die Qualitätsbewertung gemessen werden und demnach auch der Einfluss der Mehrdeutigkeit auf maschinell übersetzten Output. Zu diesem Zweck wurden Metriken wie Flüssigkeit und Adäquanz, die in den meisten Studien verwendet werden, eingesetzt. Zwei Reihen Korpora wurden verglichen: Korpora, die mehrdeutige Abschnitte enthalten und Korpora ohne mehrdeutige Lexeme. Basierend auf 10 Benutzer-Urteilen zur M.Ü.-Qualität zeigen wir, wie die Metriken der Flüssigkeit und Adäquanz durch Mehrdeutigkeit negativ beeinflusst werden. Unsere Untersuchungen zeigen, dass keine absolute Wechselbeziehung zwischen den für Flüssigkeit und Adäquanz gemessenen Werten besteht. Abschließend umfasst diese Arbeit zudem eine Übersicht unterschiedlicher Formen von Mehrdeutigkeit sowie Disambiguierungsansätze in der maschinellen Übersetzung.

Zur Rolle der Orthographie in der slavischen Interkomprehension mit besonderem Fokus auf die kyrillische Schrift
Stenger, Irina
Die slavischen Sprachen stellen einen bedeutenden indogermanischen Sprachzweig dar. Es stellt sich die Frage, inwieweit sich Sprecher verschiedener slavischer Sprachen interkomprehensiv verständigen können. Unter Interkomprehension wird die Kommunikationsfähigkeit von Sprechern verwandter Sprachen verstanden, wobei sich jeder Sprecher seiner Sprache bedient. Die vorliegende Arbeit untersucht die orthographische Verständlichkeit slavischer Sprachen mit kyrillischer Schrift im interkomprehensiven Lesen. Sechs ost- und südslavische Sprachen – Bulgarisch, Makedonisch, Russisch, Serbisch, Ukrainisch und Weißrussisch – werden im Hinblick auf orthographische Ähnlichkeiten und Unterschiede miteinander verglichen und statistisch analysiert. Der Fokus der empirischen Untersuchung liegt auf der Erkennung einzelner Kognaten mit diachronisch motivierten orthographischen Korrespondenzen in ost- und südslavischen Sprachen, ausgehend vom Russischen. Die in dieser Arbeit vorgestellten Methoden und erzielten Ergebnisse stellen einen empirischen Beitrag zur slavischen Interkomprehensionsforschung und Interkomrepehensionsdidaktik dar.

Schöne neue Plastikwelt – Zur semantisch-lexikalischen Beschreibung plastifizierter Wörter am Beispiel von "Kommunikation" und "Frustration"
Thiel-Dirksen, Claudia
Die vorliegende Arbeit untersucht das sprachliche Phänomen der sog. Plastikwörter bzw. des (möglichen) plastifizierten Gebrauchs von Wörtern wie "Projekt", "System" oder "Strategie". Der Terminus "Plastikwörter" geht zurück auf Uwe Pörksen und seine gleichnamige Publikation aus dem Jahr 1988. Da Pörksens Ansatz – ganz in literaturwissenschaftlicher Tradition stehend – ein hermeneutischer ist, gab es für systematische Untersuchungen der aktuellen Bedeutung von potentiellen Plastikwörtern bislang noch keine geeigneten linguistischen Verfahren. Mit dem im Rahmen dieser Arbeit entwickelten semantisch-lexikalischen Beschreibungsmodell, dem sog. Bedeutungsschaltkreis, steht nun ein sprachanalytisches Werkzeug zur Verfügung, mit dem zuverlässig für einen konkreten Wortgebrauch (mündlich oder schriftlich) analysiert werden kann, ob es sich um einen plastifizierten oder aber um einen fachlich-disambiguierten Ge-brauch eines Wortes handelt. Das allgemeine Modell des Bedeutungsschaltkreises wurde exemplarisch für die Wörter "Kommunikation" und "Frustration" spezifiziert und erprobt. Claudia Thiel-Dirksen studierte an der Universität des Saarlandes, an der Universität Trier und am Dōshisha Women’s College in Kyoto (Japan) Neuere Deutsche Sprachwissenschaft, Computerlinguistik und Japanologie. Nach dem Studium arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Lehrbeauftragte am Germanistischen Institut und am Zentrum für Schlüs-selkompetenzen an der Universität des Saarlandes.

CO Gas Sensor for Consumer Electronic Applications
Preiß, Elisabeth Margarethe
Gas sensors in smartphones and other mobile devices have the potential to contribute to improving the quality of life and security. This calls for a high degree of miniaturization and a reduction in power consumption. In this work, various aspects of miniaturized, resistive CO gas sensors based on metal oxides (MOX) were investigated. Deposition took place through pulsed laser deposition (PLD) on structures of platinum that were patterned using a lift-off process. The influence of the resist geometry on the metal structures was demonstrated by experiment and simulation. With regard to the MOX thin films, the focus was set on SnO2. Both its electrical and gas-sensing properties were highly influenced by the deposition parameters: Higher deposition pressures (>10 Pa) are leading to higher base resistances and to a higher sensor signal for CO in dry air. These properties correlated with the nanoporous morphology of the material. For measurements in humid air, the response to CO was reduced compared to dry air. Different noble metal additives, in particular Pd, were introduced by sputtering, thereby significantly improving properties. CO-sensitivity in humid air was also demonstrated for highly porous WO3. In a parameter study, the impact of the heated membrane geometry on the power consumption of the sensor was further investigated in simulation and experiment.

(Audio-)Visual Arts and Trauma: From the East to the West
 
Which patterns do (audio-)visual works use to tackle the unspeakable events of trauma? How can we describe the relationship between traumatic experience and artistic (audio)visual works? And, are there great differences in the medial forms, in which the arts from the East to the West deal with the rejected experience of the past? This compilation presents the results of the fourth research project between Petro Mohyla National Black Sea State University (Mykolaiv, Ukraine) and Saarland University (Saarbrücken, Germany). Including theoretical reflection on trauma theory, these papers study examples of (audio-)visual art working through trauma in Eastern and Western Europe, North and Central America and the Caribbean. The analysed objects of art embrace films, monuments, photographs, woodcuts and (graphic) novels, dealing with Stalinist repression, (Post) World War II losses, the Chernobyl nuclear catastrophe, the silenced crimes of the Francoist dictatorship, the persecution, humiliation and criminalization of homosexuals in the US and long lasting state terror in Cuba or Guatemala.

Die Karrierepfade der Absolventinnen und der Absolventen der Universität des Saarlandes
Gassmann, Freya et al.
2015 erschien die Absolventenstudie „Was kommt nach dem Studium an der Universität des Saarlandes?“ Daran anknüpfend bietet dieses Buch eine detaillierte und wesentlich erweiterte Analyse der Karriereverläufe der Absolvent/innen. Neben Befragungsdaten werden dazu die integrierten Erwerbsbiographien der UdS-Absolvent/innen als eine auf amtlicher Statistik beruhende, sehr verlässliche Datenquelle herangezogen. Die Studie bietet aufbauend auf allgemeinen Überlegungen zum Arbeitsmarkt für Akademiker/innen unter anderem einen Überblick über die Studiengänge in den einzelnen Fakultäten der Universität des Saarlandes, die Einmündungsprozesse der Absolvent/innen in den Arbeitsmarkt, ihre Einkommenssituation und Mobilität im Arbeitsmarkt, letzteres mit einem besonderen Blick auf die Karriereverläufe von der ersten bis zur dritten Erwerbstätigkeit.

(Pop) Cultures on the Move: Transnational Identifications and Cultural Exchange Between East and West
 
This collection examines how the signifier ‘America’ functions as an intermediary in the production of transnational identities and analyzes how different forms of cultural exchange between ‘East’ and ‘West’ are constituted in literary and cultural texts. In particular, the essays investigate the transnational flow of cultural texts, analyzing how, by whom, and to what purposes and effects (pop)cultural practices have been appropriated and transferred to local contexts and how the significance of place, especially the category of the national, has changed in the process. Analyzing various spaces of cultural transmission, the articles focus on patterns of movement and the flows of culture in order to approximate the question of whether the dialogue with ‘America’ in the 21st century still plays a vital role in the production of ‘European’ identities. What specific role does the flexibility and adaptability of the signifier ‘American’ play in this intermediary function of American culture? This book therefore gauges the potential and the limits of ‘American’ culture as a third term that can ‘other’ both national and European traditions (for identification or dis-identification) and can serve to reconstruct and to transgress national cultural identities.

Dynamiques culturelles dans les cinémas africains du XXIe siècle. Acteurs, formats, réseaux.
 
Depuis les années 2000, le cinéma africain est marqué par de nombreuses évolutions nouvelles avec un impact considérable sur son positionnement dans le paysage cinématographique in- ternational, notamment concernant sa présence dans les festi- vals, mais aussi aux niveaux de la production et de la distribution. Ces dynamiques culturelles sont au centre de l’intérêt de cet ouvrage qui est le fruit d’une rencontre de chercheurs africains et européens pour explorer ces nouvelles tendances du cinéma africain principalement selon trois perspectives : le rôle des ci- néastes comme agents dans les dynamiques culturelles, les genres, formats et formes esthétiques émergents, et l’influence des grands réseaux de production cinématographique (popu- laire) en Afrique subsaharienne.

Ferdinand v. Saar: Doctor Trojan
Bogner, Ralf
Ferdinand v. Saar (1833–1906) befasst sich in seiner späten Novelle Doctor Trojan (Erstdruck 1896) literarisch mit einem winzig scheinenden Detail des Modernisierungsprozesses während der letzten Jahrzehnte der Habsburgermonarchie, das dennoch gravierende Auswirkungen auf das Leben des Einzelnen zur Konsequenz hat. Er erzählt von einem in der mährischen Provinz praktizierenden, als Heiler höchst erfolgreichen und dabei völlig selbstlosen Kurpfuscher, der durch die sukzessive Professionalisierung der medizinischen Versorgung am Land unaufhaltsam in die Enge getrieben wird. Gegen seine Konkurrenten, den neu installierten Gemeindearzt und einen akademisch ausgebildeten Apotheker, kann der dokternde Autodidakt nur verlieren und schließlich auf tragische Weise im Suizid untergehen. Innerhalb einer vielschichtigen Erzählkonstruktion erörtert Saar anhand seines scheiternden Protagonisten Grundfragen der menschlichen Existenz, etwa die unauflösliche Spannung zwischen individueller Schuld, den kaum veränderlichen charakterlichen Anlagen eines Menschen und seiner unüberwindlichen Einbindung in größere gesamtgesellschaftliche Prozesse, welche oft über das Individuum rücksichtslos hinwegrollen. Der vorliegende Band präsentiert Saars Novelle erstmals in einer modernen wissenschaftlichen Edition auf der Basis der überlieferten Handschrift und der vier zeitgenössischen Drucke und mit einem ausführlichen Sprach- und Sachkommentar sowie einem umfangreichen Nachwort.

Literatur und Geschichte
Singh, Sikander
Was ist Fakt, was ist Fiktion? In den politischen Debatten unserer Gegenwart wird diese Frage kontrovers diskutiert. Es ist aber auch eine Frage, die seit der Antike geistes- wie ideengeschichtliche Debatten bestimmt hat. Dichtung, die Geschichte zum Thema hat, und scheinbar geschichtliche Zeugnisse, die bei genauer Betrachtung eher Dichtung sind, führen zu sehr unterschiedlichen Deutungen. Die Beiträge der siebten Saarbrücker literaturwissenschaftlichen Ringvorlesung stellen deshalb Beispiele von den Evangelien und grundlegenden Reflexionen von Philosophen und Historikern in der Antike bis hin zur Literatur der Gegenwart vor.